Supplier

SAS Automotive s.r.o., Bratislava (SK)


Besonderheiten:

  • Maßgeschneidertes und zielorientiertes Produktionssystem
  • Hohes Führungsverständnis
  • Stark ausgeprägtes KPI-orientiertes Management
  • Systemintegriertes Shopfloor Management
  • Hochflexible Produktionslinien
  • Smarte, eigenentwickelte LCA Lösungen
  • Lösungen I 4.0 in der Produktion
  • Integrierte I 4.0 Roadmap

Begründung der Jury

Die Wirkung, die eine durchdachte Lean Roadmap auf das Werk mit seinen Anlagen, die Produktionsabläufe und vor allem die Menschen, die darin arbeiten, hat, zeigt sich in dem SAS-JIS Werk in Bratislava auf eindrucksvolle Weise.

Getrieben von einer direkten logistischen JIS-Anbindung an das in unmittelbarer Nähe befindliche Hauptkundenwerk von VW, einer fast beispiellosen Varianz an Ausstattungsmerkmalen der produzierten Module, einer Setzteilquote der Einzelkomponenten von über 90 %, ständiger Integration von neuen bzw. geänderten Umfängen sind nur einige der Herausforderungen, die fortlaufend gemeistert werden müssen.

Ausgehend von der Erkenntnis, dass ein Produktionssystem ohne eine Verbesserungskultur, die von oben beginnend gelebt und vorgelebt wird, nicht erfolgreich sein kann, zeigen die Verantwortlichen in einer überzeugenden Art und Weise: Die Zusammenarbeit ist einerseits geprägt von klar definierten Zuständigkeiten und andererseits von regelmäßigen, kreativen Abstimmungs- und Optimierungsrunden.

Basis hierfür ist ein durchgängiges, kennzahlengetriebenes Denken und Handeln nach dem Credo Probleme nach Ihrer Dringlichkeit bzw. nach Paretoprinzip anzugehen. All dies ist auch ein Indiz dafür, dass das Thema Transparenz als zentraler Basisbaustein von Lean hoch angesiedelt ist.

Unter anderem am Beispiel der online bzw. zentral unterstützten Shopfloor­ Managementrunde mit aktivem Zugriff auf alle aktiven Kaizens und zentralen Produktionskennzahlen, wird diese hohe Transparenz offenkundig und gewährleistet, dass man sich auf das Richtige fokussiert.

So wie dieses Shopfloor Management als zentraler Bestandteil der Führungs- und Qualifizierungskultur im SAS Werk in Bratislava gelebt wird, ist es ein mächtiges Instrument, das in einem gut vorbereiteten Umfeld das leistet, was es verspricht: Exzellent werden in den Dimensionen Lean und Führung.

Die eingangs genannte Produktkomplexität mit ihrer unglaublichen Anzahl von Bauteilvarianten führt zwangsläufig zu entsprechend unvermeidbaren Taktspreizungen und damit stark volatilen Arbeitsinhalten, was sich 1:1 in Effizienzverlusten niederschlägt.

Als Tier1 kann man dem ja nun nicht begegnen, indem entsprechende Restriktionen bzw. Optimierungen der Programmfolge definiert werden. Hier gilt es, aus diesen sozusagen gesetzten Vorgaben das Bestmögliche zu machen. SAS zeigt dies auf eindrucksvolle Weise: hochflexible Anlagentechnik, eine intelligente Kombinatorik aus Mensch- und Maschineneinsatz, teilweise eigenkreiertes Handlings- und Logistikequipment, digitale Montageanweisungen, eine Vielzahl von selbst entwickelten Poka Yoke Lösungen mit intelligentem Einsatz von digitalen Elementen und nicht zuletzt eine weitreichende Polyvalenz bei den Mitarbeitern ermöglichen eine geglättete, belastungsharmonisierte und flächenoptimierte Produktion.

Diese soeben beschriebenen Lösungsansätze machen wieder einmal deutlich, dass es bei der Auswahl des Einsatzes von neuen digitalen Möglichkeiten nicht um deren Faszination geht und was damit potenziell per se alles möglich wäre, sondern um die Frage, wo kann eine Digitalisierung die Effizienz in der Produktion noch weiter verbessern und somit das Werk nachhaltig wettbewerbsfähiger machen.

Die Jury sieht bei dem SAS Werk Bratislava eine zukunftsweisende Symbiose von Lean und Industrie 4.0, getrieben von einem hochmotivierten und engagierten Team.

Das Werk wird daher mit dem Automotive Lean Production Award 2019 in der Kategorie „Supplier“ ausgezeichnet.

www.sas-automotive.com
 

>> Siegerportrait​​​​​​​ (266 KB)

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