
Hirschvogel Marksuhl hat in den vergangenen Jahren den tiefgreifenden Wandel der automobilen Wertschöpfung aktiv gestaltet. Der zunehmende Bedeutungsgewinn von E-Mobilität, CO₂-Reduktion und Leichtbau führte zu einer drastischen Verringerung der Nachfrage nach klassischen Stahlumfängen. Für einen Standort, dessen Kernkompetenz und Infrastruktur über Jahre auf die Stahlumformung ausgerichtet war, war dies ein massiver Einschnitt.
Vor dieser angespannten Ausgangslage entstand eine klare Transformationsaufgabe. Im Jahr 2023 wurde am Standort Marksuhl, basierend auf den identifizierten Marktpotenzialen aus dem „European Footprint 2022“, in intensiven Workshops die Strategie 2030 abgeleitet. Oberste Priorität hatte es, die Wettbewerbsfähigkeit und damit die Beschäftigung bei Hirschvogel in Marksuhl trotz der signifikanten Marktverschiebung nachhaltig zu sichern.
Im Fokus der Transformation steht keine punktuelle Optimierung, sondern die strategische Neuausrichtung des gesamten Standorts. Der entscheidende Hebel hierfür war der Umbau bestehender Stahlpressen für neue Aluminium-Anwendungen sowie deren Neuordnung entlang der Wertströme. Der technologische Wandel von Hirschvogel Marksuhl geht weit über die reine Reaktion auf das Marktumfeld hinaus. Eine weltweit einzigartige, vollverkettete Aluminium-Langteil-Presse ist nur eines der Beispiele dafür, wie der Standort den Umbruch nutzt, um neue Standards im Markt zu setzen.
Die Transformation folgt einer konsistenten Roadmap. Im Jahr 2026 wird die konsequente Ausrichtung am Wertstrom abgeschlossen. Durch erzielte Flächenbereinigungen, Layout- und Materialflussoptimierungen ließen sich die Wege für Material und die Durchlaufzeiten radikal verkürzen. Die mehr als 25 Verbesserungsprojekte der Lean Roadmap tragen dazu bei, die Performance kontinuierlich zu steigern. Die Aktivitäten münden in ein angewandtes Produktionssystem, das durchgängig auf Lean und passgenaue Digitalisierung setzt.
Die konsequente Verzahnung von Lean Management und Digitalisierung verleiht der Transformation einen zusätzlichen Schub. Viele von Hirschvogel selbst entwickelte Smart-Factory-Web-Apps, wie z. B. das Werkzeugmanagement, Störgrundanalysen, digitale Schichtbücher oder Wartung, unterstützen die tägliche Arbeit. Die systematische Anbindung der Maschinen an das MES ermöglicht die für die Anwendungen notwendige Datenverfügbarkeit und -transparenz.
Hirschvogel Marksuhl zeigt einen quantifizierbaren und nachvollziehbaren Transformationserfolg. Aus der Krise wurde eine strategische Chance: Der Standort konnte die Lean Transformation unter Nutzung der bestehenden Strukturen meistern, Beschäftigung stabilisieren und eine führende technologische Rolle sichern. Der Jahresumsatz im Aluminiumbereich soll von ca. 89 Mio. Euro im Jahr 2025 auf ca. 160 Mio. Euro im Jahr 2028 steigen. Für die Jury Anlass und Freude zugleich, Hirschvogel Marksuhl mit dem Special Award „Lean Transformation 2026“ auszeichnen zu dürfen.

Die Hirschvogel Group mit Hauptsitz in Denklingen ist einer der weltweit größten Hersteller von massivumgeformten und weiterverarbeiteten Stahl- und Aluminiumkomponenten für die Automobilindustrie. Die Komponenten des Unternehmens kommen in nahezu jedem Fahrzeug zum Einsatz und tragen dazu bei, diese effizienter, sicherer und emissionsärmer zu gestalten. Die Hirschvogel Group ist mit acht Werken auf drei Kontinenten vertreten, beschäftigt rund 6.200 Mitarbeitende und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von etwa 1,3 Mrd. €.
Mitarbeiter
Ca. 6.200 weltweit
Umsatz 2025
1,3 Mrd. € (ganze Gruppe)
Der Standort
Marksuhl in Thüringen ist ein Produktionsstandort der Hirschvogel Group für die Herstellung und Weiterbearbeitung präziser Stahl- und Aluminiumkomponenten. Die dort gefertigten Bauteile werden beispielsweise in Antriebs-, Fahrwerks- sowie in Verbrenner- und E-Mobilitätsanwendungen der Automobilindustrie eingesetzt.
Anschrift
Dr.-Manfred-Hirschvogel Straße 1
99834 Gerstungen
Deutschland
Produkte
Mitarbeiter
Rund 580
Umsatz 2025
180 Mio. Euro
Kongressorganisation
Tel. +49 89 44 388 99 22
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