Special Award: Excellent Culture of Improvement

CNH Industrial, IVECO, Werk Suzzara, Italien



Begründung der Jury

Das Werk Suzzara hatte im vergangenen Jahr eine außergewöhnliche Aufgabe zu meistern: aufgrund der Covid-19 Pandemie musste es ab März 2020 für 2 Monate schließen, was einige neue Herausforderungen mit sich brachte. Frei nach dem Motto „das Unvorhersehbare meistern“, blieb diese Zeit aber nicht ungenutzt. So entstanden in dieser Phase neue Schulungs- und Trainingskonzepte, von denen die Mitarbeiter bis heute profitieren. Eine Trainingsstation für die Auge-Hand-Koordination im peripheren Sichtfeld ist dabei nur eines von vielen Beispielen. Besonders gefallen haben dem Evaluierungsteam in diesem Zusammenhang die themenbezogenen Schulungs- und Meetingräume, in denen auch alternative Wege gegangen wurden. So wurden im „Business Theatre“ sicherheitsrelevante Situationen von Mitarbeitern selbst nachgespielt, um das Bewusstsein für versteckte Risiken zu schärfen.

Das aufgebaute Recruitment&Training-Programm hilft außerdem bei der Einarbeitung der für Oktober 2021 geplanten über 350 neuen Mitarbeiter, die dabei helfen sollen, die höchsten Tagesproduktionszahlen der Werksgeschichte umzusetzen. Mit 5 Baureihen auf einer Linie und über 16.000 Artikelnummern sieht man sich dabei einer hohen Produktkomplexität ausgesetzt.

Das Werk arbeitet seit 2007 mit dem World Class Manufacturing (WCM), dem Produktionssystem der FCA-Gruppe. Die Verbesserungskultur wird von der Führungsebene vorgelebt und wird so in die Belegschaft getragen. So ist ein regelrechter Wettbewerb um die meisten und effizientesten Optimierungen entstanden. Jeder Mitarbeiter kann seine Verbesserungsvorschläge an einem der vielen, äußerst benutzerfreundlichen InfoPoints eintragen. Nach einer kurzen Prüfzeit finden sich die geeigneten Vorschläge im „Kaizen-Web“ wieder und werden von einem Team nach definierter Vorgehensweise umgesetzt. Die im Rahmen des Kaizens erlernten Fähigkeiten der Mitarbeiter werden auf dem jeweiligen Profil gespeichert. So können für jedes Projekt die passenden Mitarbeiter mit den benötigten Fähigkeiten ausgewählt werden, was zu einer zügigen und erfolgreichen Umsetzung beiträgt. Zusätzliche Mitarbeiter aus der Montage wurden WCM-Experten ausgebildet und widmen sich den Großteil ihrer Zeit der Umsetzung von Kaizens. So werden alle Mitarbeiter bis zur Werkerebene in die Weiterentwicklung des Unternehmens eingebunden, was den Zusammenhalt und die Unternehmenskultur spürbar stärkt.

Neue Wege geht das Werk auch im Bereich der Digitalisierung. So finden unter anderem Data Base- und intelligente Kameraprüfsysteme immer mehr Verwendung, um die Qualität zu verbessern und Ausfallzeiten zu vermeiden. An diesem Beispiel wird auch deutlich, dass in Suzzara Lean und Digitalisierung keine getrennten Welten, sondern der gemeinsame Weg zur stetigen Weiterentwicklung sind.

Auch deshalb sieht die Jury das Werk Suzzara für die Zukunft gut gerüstet und ist überzeugt davon, dass es die Chancen von „Lean&Digital“ mit seinem engagierten Team weiterhin konsequent nutzen werden.

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